Weiter auf Wachstumskurs

Raiffeisenbank Zeller Land legt auf Generalversammlung Zahlen vor / Heimisches Geldinstitut setzt Wachstumskurs auch in 2017 fort / Ehrung der Jubilare

Briedel/Zell. Die Raiffeisenbank Zeller Land will sich nicht vom Fusionsfieber in der Finanzbranche anstecken lassen und alle Anstrengungen und Bestrebungen weiter darauf ausrichten, ihre Selbstständigkeit – als einzige Genossenschaftsbank im Zeller Land – zu erhalten. Für diesen Weg bat Vorstandsmitglied Hans Josef Schumacher die Mitglieder des genossenschaftlichen Kreditinstituts jetzt auf der Generalversammlung um Unterstützung.

Wie gewohnt tagte die Generalversammlung in der Stadthalle Zell. Unter Leitung des Aufsichtsratsvorsitzenden Jochen Hansen ging es am Dienstagabend darum, die Berichte zum vergangenen Geschäftsjahr entgegenzunehmen und die nach Satzung und Gesetz notwendigen Beschlüsse herbeizuführen.

Dass die Raiffeisenbank Zeller Land als regionale Kreditgenossenschaft nicht auf eine schnelle Gewinnmaximierung aus sei, sondern die Förderung von Mitgliedern und Kunden oberste Priorität habe, kam in den Berichten der beiden Bankvorstände Hans Josef Schumacher und Thomas Wagner zum Ausdruck.

„Wir begleiten jeden, der im Sinne der genossenschaftlichen Idee förderfähig und förderwürdig ist“, erklärte Hans Josef Schumacher mit Blick auf das „Raiffeisenjahr 2018“. Wie sich die Geschichte der Genossenschaften in Deutschland im Jahr des 200sten Geburtstags von Friedrich Wilhelm Raiffeisen darstellt, war zu Beginn der Versammlung in einer Gesprächsrunde der beiden Vorstände mit einem Raiffeisen-Double deutlich geworden.

„Äußerst erfreulich ist, dass wir in allen wichtigen Geschäftsfeldern und Positionen unserer Bilanz im Jahr 2017 Zuwächse zu verzeichnen haben. Damit ist es uns gelungen, unsere Position zu festigen und auszubauen. Wir haben unsere Ziele und Planzahlen insgesamt erreicht, teilweise sogar übertroffen“, erklärte Bankvorstand Thomas Wagner zu Beginn seines Vorstandsberichtes über das vergangene Geschäftsjahr.

Die wichtigsten Kennzahlen im Überblick: Die Bilanzsumme erhöhte sich um 3,5 Prozent auf jetzt 234,5 Millionen Euro. Das gesamte betreute Kundenvolumen – dieser Wert beinhaltet neben den in der Bilanz festgeschriebenen Geschäften das gesamte Volumen aller Kreditgeschäfte und Einlagen mit den Mitgliedern und Kunden – stieg um 4,65 Prozent auf 490 Millionen Euro.

Bei den bilanziellen Kundenforderungen verzeichnete die Bank ein Wachstum von 6,4 Prozent auf 121,9 Millionen Euro. Das gesamte Kreditvolumen belief sich auf 161,0 Millionen Euro. „Alleine in 2017 haben wir mit 34 Millionen Euro an Neukrediten für die Erfüllung von Lebensträumen, Schaffung von Arbeitsplätzen sowie Existenzsicherung und -gründung von Unternehmern gesorgt. Dahinter stecken etwa 50 Millionen Gesamtinvestition und eine geschätzte Wertschöpfung von fünf Millionen Euro für unsere Region“, berichtete Schumacher.

Die in der Bilanz eingestellten Einlagen der Kunden stiegen um 3,7 Prozent auf 196,0 Millionen Euro. Großer Beliebtheit erfreuten sich Anlagen in Wertpapiere, Investmentfonds oder Versicherungen. Das zeigt sich bei den Geldern, die die Bankkunden bei den Verbundpartnern angelegt haben. Dieser Wert lag im vergangenen Jahr bei 329,1 Millionen Euro – ein Plus von 4,5 Prozent.

Der ausgewiesene Jahresüberschuss liegt bei 468.000 Euro. Durch Beschluss der Generalversammlung fließen davon drei Prozent als Dividende sowie ein Prozent als Bonus für „200 Jahre Raiffeisen“ auf die Konten der 5.316 Mitglieder. Mit dem verbleibenden Teil ihres Überschusses stärkt die Raiffeisenbank ihr Eigenkapital.

Der allgemeine Trend zur Digitalisierung im Bankgeschäft zeigt sich auch bei der Raiffeisenbank Zeller Land in Form einer abnehmenden Kundenfrequenz in den Bankstellen. „Das zeigt uns, dass wir künftig einen anderen Weg gehen müssen“, erklärte Schumacher. Die Geschäftsstellen Mastershausen und Bremm werden – wie berichtet – deshalb Ende des Monats geschlossen. „Wir können keine Dienstleistungen mehr vorhalten, die kaum einer mehr will“, begründete Schumacher diesen Schritt. Die Kunden der beiden Geschäftsstellen werden künftig in den nächst größeren Filialen beraten. „Auf Wunsch natürlich auch zu Hause.“ Zudem habe man in Bremm Partner gefunden, die es ermöglichten, beim Einkauf auch noch Bargeld mitzunehmen. Darüber hinaus verwies Schumacher auf die Online-Geschäftsstelle und deren Möglichkeiten.

Große Einmütigkeit bewiesen die Mitglieder bei den anstehenden Beschlüssen. Jeweils einstimmig votierten sie für die Feststellung des Jahresabschlusses und für die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat. Für Beate Stölben und Torsten March rückten Jürgen Klar aus Bullay und Marco Gietz aus St. Aldegund neu in den Aufsichtsrat nach. Die Ehrung der Jubilare und eine Verlosung anlässlich des 200. Geburtstages des Begründers der Genossenschaften, Friedrich Wilhelm Raiffeisen, bildeten die Schlusspunkte des offiziellen Teils der Versammlung.