Generalversammlung 2016

Zuwächse in allen wichtigen Geschäftsfeldern

Generalversammlung der Raiffeisenbank Zeller Land hat getagt

Zell. Die Raiffeisenbank Zeller Land bleibt auf Erfolgskurs. Das wurde auf der Generalversammlung der Kreditgenossenschaft in der Zeller Schwarze Katz-Halle deutlich, an der 310 Mitglieder teilnahmen. Das neue Vorstandsmitglied Hans Josef Schumacher präsentierte zusammen mit seinem Vorstandskollegen Peter-Josef Götten dem Mitgliederparlament zum einen positive Zahlen, macht zum anderen aber auch die Herausforderungen im Bankgeschäft deutlich. Dazu zählt neben der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank vor allem die zunehmende Regulatorik, die für regionale Banken genauso gilt wie für große Institute: „Mehr als 4000 Gesetze führen dazu, dass sich unsere Mitarbeiter in einem Umfang mit Regulierungen beschäftigen müssen, die sich eine kleine Genossenschaftsbank eigentlich nicht leisten kann.“ Und dass, obwohl die Genossenschaftsbank viel nützlicher für die Region und die Realwirtschaft sei als gewinnorientierte Privatbanken. „Die Raiffeisenbank Zeller Land hat 2015 rund 330.000 Euro Steuern gezahlt. Das sind 1.500 Euro pro Million unserer Bilanzsumme. Davon bleibt etwa die Hälfte als Gewerbesteuer direkt in der Region. Die vier privaten Großbanken in Deutschland haben im Schnitt etwa 600 Euro pro Million Bilanzsumme an Herrn Schäuble überwiesen – also noch nicht einmal die Hälfte“, erläuterte Schumacher. Deswegen forderten die Genossenschaftsbanker: „Die Bankenregulierung muss kleine, solide wirtschaftende regionale Institute wie uns entlasten. Wir haben schließlich die Finanzkrise nicht verursacht.“

Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen hat sich die Raiffeisenbank im vergangenen Jahr erfolgreich im Markt behauptet. „In allen wichtigen Geschäftsfeldern konnten wir Zuwächse verzeichnen. Wir haben unsere Ziele erreicht, teilweise sogar übertroffen“, sagte Götten auf der vom Aufsichtsratsvorsitzenden Karlheinz Kirch geleiteten Versammlung. Die Entwicklungszahlen im Einzelnen: Die Bilanzsumme betrug zum Stichtag 31. Dezember 2015 rund 218 Millionen Euro und erhöhte sich damit um 1,6 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr. Das Kundengesamtvolumen ist um 15 Millionen Euro oder 3,5 Prozent auf 447 Millionen Euro gestiegen. Götten: „Diese Kennzahl ist für die Raiffeisenbank wichtig, denn sie gibt die Gesamtheit aller Einlagen und Kredite wieder.“

Gerade im Einlagengeschäft haben die Mitglieder und Kunden der Raiffeisenbank gezeigt, dass sie ihrem regionalen Finanzdienstleister vertrauen und haben vermehrt bei ihr ihr Erspartes angelegt. Die bilanzierten Kundeneinlagen wuchsen um 1,2 Millionen Euro auf 182 Millionen Euro an. „Ihr Geld haben unsere Mitglieder und Kunden wieder verstärkt kurzfristig angelegt. Kaum einer entscheidet sich für eine längerfristige Geldanlage, immer in der Hoffnung, dass die Zinsen wieder steigen könnten“, erklärte Götten. „Niemand wird allerdings sagen können, wie lange die Europäische Zentralbank die Niedrigzinspolitik noch aufrechterhält.“ Der Niedrigzins stellt nicht nur für die Sparer eine schlechte Ausgangssituation dar, sie trifft auch die Genossenschaftsbank. Die Bank lebt von der Zinsspanne, die sie durch Kreditvergabe und Einlagengeschäft erwirtschaftet. „Diese Spanne steht bei dem aktuellen Zinsniveau unter Druck. Das heißt die Ertragslage leidet“, erklärten die Vorstandsmitglieder.

Die anvertrauten Kundeneinlagen verschaffen der Kreditgenossenschaft nach wie vor einen ausreichenden Spielraum, die Kreditnachfrage zu bedienen. „Insbesondere in der Mittelstandsfinanzierung spielen wir eine entscheidende Rolle. Die regionalen mittelständischen Unternehmen mit Krediten zu versorgen sehen wir als unsere elementare Aufgabe. So machen Firmenkredite an unserer Bilanzsumme etwa 20 Prozent aus. Das Kreditgeschäft der Raiffeisenbank belief sich 2015 auf 106 Millionen Euro. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 4,5 Millionen oder 4,4 Prozent. Besonders gefragt waren Kredite für den Wohnungsbau und für betriebliche Investitionen.

Insgesamt hat das Institut einen Jahresüberschuss von rund 473.000 Euro erwirtschaftet. Der größte Teil davon fließt zur Stärkung des Eigenkapitals in die Rücklage. Über 68.000 Euro schüttet die Bank an ihre Anteilseigner in Form einer vierprozentigen Dividende aus. Den entsprechenden Vorschlag legte der Aufsichtsratsvorsitzende Kirch den Mitgliedern vor, die zustimmten.

Aus dem Aufsichtsrat schieden Karlheinz Kirch und Karlheinz Weis, beide aus Zell, aus. Neu in den Aufsichtsrat wählten die Mitglieder Anja Hammes aus Kaisersesch und Jochen Hansen aus Blankenrath. Aufsichtsratsvorsitzender Kirch dankte Weis für langjährigen Einsatz und konstruktiver Zusammenarbeit in diesem Gremium. Die stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Beate Stölben bedankte sich bei Kirch für seine Tätigkeit im Aufsichtsrat und lobte das ehrenamtliche Engagement für die Kreditgenossenschaft. Das aus Altersgründen am 31.03.2016 ausgeschiedene Vorstandsmitglied Walter Hoff nutzte die Gelegenheit, um sich von den Mitgliedern zu verabschieden. Gleichzeitig stellte sich das neue Vorstandsmitglied Thomas Wagner der Versammlung vor. Seine Vorstandstätigkeit beginnt am 01.07.2016.

Im Anschluss wurden Mitglieder für ihre 50 und 60 jährige Mitgliedschaft bei der Raiffeisenbank Zeller Land geehrt.

Die Raiffeisenbank Zeller Land ehrte auf ihrer Generalversammlung Mitglieder für 60- und 50-jährige Mitgliedschaft bei der Genossenschaftsbank